TAPE : John Cale
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TAPE: John Cale

Bei Velvet Underground war John Cale mehr als nur der Schatten des wesentlich exzentrischeren und markanteren Lou Reed. Seit den ersten Anfängen der legendären New Yorker Kultgruppe Mitte der 60er Jahre war der Waliser ein unentbehrliches Mitglied, das die Ausrichtung von Velvet Underground entscheidend mitprägte. Er brachte dank seiner Bewunderung für den minimalistischen Komponisten La Monte Young und den Video-Künstler Tony Conrad (mit denen er zuvor in der Gruppe The Dream Syndicate mit Drone-Improvisationen experimentiert hatte) einige avantgardistische Ideen in die Gruppe ein. Velvet Underground hatte zwar einen gewissen Andy Warhol als Manager, konnte jedoch während ihres (relativ) kurzen Bestehens keine großen Erfolge verbuchen. Erst im Laufe der Jahre gewann die Gruppe an Bedeutung und wird heute als einflussreichste Band in der Geschichte des Rock angesehen.

John Cale seinerseits war ein Multitalent. Er machte sich als Komponist, Arrangeur, Sänger, Songwriter, Produzent und Multiinstrumentalist einen Namen. Als er dann bereits nach dem zweiten Album White Light/White Heat (1968) aus der Gruppe ausschied, war er bei den Großen der experimentellen Musik sofort äußerst gefragt, insbesondere als Produzent. Von den Stooges über Jesus Lizard bis zu Happy Mondays scheint von den 60er Jahren bis heute ein ganzes Rock-Genre Cales Handschrift zu tragen. Nicht schlecht für einen Mann, dessen Musikkarriere mit einer 18-stündigen Neuinterpretation des Werks von Erik Satie begann, vor nur zehn Zuschauern!

Noch mehr John Cale: Im April 2016 trat der Mitbegründer von The Velvet Underground in der Philharmonie de Paris auf: John Cale and guests : The Velvet Underground & Nico. Kult pur! 

Foto © Rémy Grandroques

  • Produzent/-in : Milgram
  • Regie : Valérie Paillé, David Pais
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