Tindersticks, die Ruhe im Sturm

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Sichtlich beeindruckt betraten Stuart Staples und seine Mannen am Dienstag, dem 10. Februar, die Bühne der Philharmonie de Paris. Schließlich öffnet der neue Stammsitz des Orchestre de Paris in seiner ersten Spielsaison nur wenigen Bands aus Rock und Pop seine Pforten! Die außergewöhnliche Akustik des über 30 000 m3 großen Konzertsaals ist auch für die bühnenerfahrenen Tindersticks eine Herausforderung.

Der Saal mit seinen 2 400 Sitzplätzen bietet ein in Frankreich bis dato einzigartiges Sounderlebnis. Fast auf Zehenspitzen schleicht sich Stuart ans Mikrofon, um seine zarten Vocals hineinzuhauchen – doch den Zuhörern entgeht nicht eine Silbe!

In der ersten Konzertstunde spielen die Tindersticks vor allem kürzere Titel, deren nuancierte Klang- und Wortlandschaften wie Kinobilder an einem vorüberziehen. Die Band tritt in wechselnder Besetzung auf, zu viert, zu fünft oder zu sechst, mal mit Cello, mal mit einer oder zwei Gitarren, begleitet von opulenten Schlagzeugklängen oder/oder knackigen Pianobeats.

 

Tindersticks à la Philharmonie de Paris
Tindersticks - Philharmonie de Paris Tindersticks - Philharmonie de Paris Tindersticks - Philharmonie de Paris

Im Saal herrscht gespannte Konzentration. Niemand kann sich den düsteren Songs und der hier und da durchscheinenden Leichtigkeit entziehen.

Die Band ist ruhiger, als man es sonst von ihren Auftritten gewohnt ist, doch von Zeit zu Zeit bricht das urwüchsige Temperament der Musiker durch und wird vom Publikum großzügig honoriert.

Im zweiten Konzertteil werden Understatement und Melancholie durch ein zusätzliches Streichquartett verdichtet. Doch unter dieser exquisiten Klangoberfläche brodelt es weiter, mal fern, mal nah. Tindersticks - eine trügerische Ruhe mitten im Sturm!

 

 

Foto © Rémy Grandroques