Like a Jazz Machine

Standing Ovation beim Jazzfestival Like a Jazz Machine

Standing ovation

Am Samstag, dem 10. Mai, gab es erstmals eine Standing Ovation beim Festival Like a Jazz Machine im luxemburgischen Düdelingen, und zwar für das Trio Joachim Kühn/Daniel Humair/Bruno Chevillon und seine eindrucksvolle Hommage an den Kontrabassisten Jean-François Jenny-Clark.

J.F. – so nannten seine Freunde den 1998 verstorbenen Franzosen Jean-François Jenny-Clark, einen der bedeutendsten Kontrabassisten der europäischen Jazzszene, der mit Kollegen wie  Don Cherry, Gato Barbieri, Paul Motian, Aldo Romano, Martial Solal, Michel Portal und Pierre Boulez musizierte. Mit dem deutschen Pianisten Joachim Kühn und dem Schweizer Drummer Daniel Humair bildete er über zehn Jahre lang ein unzertrennliches Trio, das Musikgeschichte schrieb.

Nun standen Joachim Kühn und Daniel Humair wieder gemeinsam auf der Bühne, ergänzt durch Bruno Chevillon am Kontrabass. Zu dritt erreichen sie eine perfekte musikalische Symbiose, als bestünde eine telepathische Verbindung zwischen ihnen (der Jazz erfordert diese innige Gemeinschaft, eine schwierige, aber notwendige Bewusstseinsdurchdringung). Sie liegen auf einer Wellenlänge, wie durch eine chemische Reaktion, die Persönlichkeiten und Klänge verschmelzen lässt. Ein Trio ist nicht nur eine Kompositionsform oder ein Ensemble, sondern vor allem ein Klang. Das Trio erfordert Präzision, Interaktion und Schnelligkeit. Es lässt den Musikern auch viel Freiheit. „Durch meine Tätigkeit als Jazzmusiker bin ich freier geworden. Frei für neue Einflüsse, egal, ob durch Personen, Kulturen oder Gegenden“, erklärt Joachim Kühn. Je größer die Freiheit, desto größer die Unabhängigkeit jedes Interpreten und desto besser ihr Zusammenspiel. Den Beweis dafür erbringen Daniel Humair, der mit seinem leichten, lebhaften und farbigen Spiel unwiderstehlich swingende Impulse liefert, Bruno Chevillon, der als hervorragender Rhythmiker das Spiel anregt und strukturiert, und Joachim Kühn, der in einer einmaligen Mischung aus Virtuosität, Sensibilität und Intelligenz kräftige, eindringliche Klavierklänge beisteuert. Seine abrupte Phrasierung beruht auf einem ständigen Auflösen und Wiederzusammenfügen; die Rhythmen der einen Hand unterstreichen die Motive der anderen. Eine Musik von hoher Intensität, zwischen fieberhaftem Aufbrausen und gelassenem Gesang, die eine breite Palette an Emotionen zum Ausdruck bringt.

 

 

Sämtliche Konzerte dieser Ausgabe gibt es hier.