„Green Light“ im Rampenlicht

Ray Lema

Vor einigen Tagen spielte der Pianist Ray Lema in der intimen Atmosphäre des Studio Davout noch einmal sein komplettes Album Green Light. Vor der Ausstrahlung des Mitschnitts auf ARTE Concert erzählt Regisseur Paul Ouazan von seiner Leidenschaft für das Kultalbum.

Ich entdeckte das großartige Album Green Light in seinem Erscheinungsjahr 1996. Es ist das Werk von Ray Lema, eines außergewöhnlichen und nur schwer einzuordnenden Musikers. Diese Entdeckung war für mich ein ästhetischer und emotionaler Schock von ungewöhnlicher Intensität. Das Album ist ein unverfälschtes Juwel, dessen Schlichtheit sich jeglicher musikalischen Angeberei verwehrt. Dass Green Light Kult wurde, begreift man sofort, wenn man sich das Album anhört. Es hat bis heute nichts von seinem Zauber verloren, im Gegenteil: Wie alle großen Werke ist auch Green Light von einer Modernität, die Epochen überdauert.

2016 – 20 Jahre später – bat ich Ray Lema, für Arte Concert noch einmal alle 13 Stücke des Albums Green Light spielen wolle. 13 Kleinode, in denen sich Rays Musik mit der Musikalität unterschiedlicher afrikanischer Sprachen vereint: Duala, Kikongo, Swahili, Mango, Lingala – allein die Namen dieser Sprachen sind Programm! Während Ray Klavier spielt, begleiten ihn, wie bereits vor 20 Jahren, die Sängerinnen Cathy Renoir und Isabel Gonzales. Gefilmt wurde das außergewöhnliche Konzert im Studio Davout, wo Green Light seinerzeit auch zum größten Teil aufgenommen wurde.

Foto © Paul Ouazan