Foals: Vorwärts, im Galopp!

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An zwei Abenden erwies die britische Band Foals dem Pariser Olympia die Ehre. Die beiden Konzerte wurden mit „Rock & Roll“ angekündigt, ganz im Sinne ihres neuen Albums, dem wuchtigen und klug ausgearbeiteten „What Went Down“ – das Publikum dankte es ihnen.

Die „Fohlen“ sind gut gealtert. In ihren musikalischen Anfängen pflegten sie noch ehrgeizigen und teils experimentellen Math-Rock mit gehöriger Nähe zum Post-Rock – der allerdings weniger Kopfschmerz bereitete. In ihren oft schwer zugänglichen und vielschichtigen Stücken mit komplexen Rhythmen zeigten sich die Foals damals als nahe britische Verwandte der legendären Talking Heads.

Seit „Holy Fire“ von 2013 entwickelten sie einen kompakteren Klang, mit Song-Strukturen und Rhythmen in viel gewohnteren Bahnen. Ihr neuer Stil ist ein Pop-Rock-Electro-Gemisch, das mit eingängigen Hymnen und Refrains perfekt auf große Stadien zugeschnitten ist. Zweifellos hatte das französische Publikum im Olympia zum letzten Mal die Gelegenheit, die Band aus Oxford in einem relativ kleinen Konzertsaal zu sehen. Das wollte sich ARTE nicht entgehen lassen!

Die Foals wussten die hervorragenden Akustik im Olympia bestens zu nutzen und gaben alles, wie immer. Das Set war geschickt im Crescendo aufgebaut – wie ein Zug, der unaufhaltsam Fahrt aufnimmt und schließlich mit voller Fahrt das Publikum überrollt. Die kristallinen Gitarren der ersten Alben sind kaum mehr vorhanden. Stattdessen ein satter Sound, der sich über den ganzen Saal legt und das Publikum bezwingt – ein glatter Punktesieg noch in den ersten Runden.

Wie immer übertraf sich die Band um Yannis Philippakis selbst – und verlor trotz Klanggewalt und beeindruckendem Soundsystem nicht die Nähe zum Publikum. Ein Konzert wie ein langer Adrenalinrausch, der in Erschöpfung endet, aber mit einem Lächeln auf den Lippen - einem ganz großen Lächeln. Thank you, Foals!  

Foals à l'Olympia
Foals im Olympia Foals im Olympia Foals im Olympia