Trailer ARTE Concert

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Mittwoch, 22. Januar um 00:00 Uhr

To Russia With Love

Vor genau sieben Jahren, am Samstag, den 7. Oktober 2006, wurde die bekannte russische Journalistin Anna Politkowskaja im Treppenaufgang ihres Hauses in Moskau erschossen. Eine Kugel traf sie in die Brust, eine weitere in den Kopf. Der Mord geschah am Geburtstag des Präsidenten Wladimir Putin. Westliche Politiker und Menschenrechtsgruppen forderten eine schnelle Aufklärung des Falles, doch die Hintermänner des Anschlags sind bis heute nicht ausfindig gemacht.





Mit dem Konzert „To Russia with Love“ erinnern herausragende Musikerinnen und Musiker an Anna Politkowskaja, die russisch-amerikanische Reporterin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin, die durch ihren Tod zu einer Ikone und Märtyrerin der russischen Demokratiebewegung geworden ist.
Gidon Kreme, Martha Argerich und alle anderen Mitwirkenden stehen damit in der Tradition von Musikern wie Mstislaw Rostropowitsch, Yehudi Menuhin oder Leonard Bernstein, die zeitlebens mit ihrer Kunst und ihrem Wirken den Kampf für die Freiheit und gegen Willkür und Machtmissbrauch unterstützt haben.

Auf dem Programm des Konzerts aus der Berliner Philharmonie stehen hauptsächlich Werke russischer Komponisten. Neben dem 4. Satz aus Schostakowitschs Konzert für Klavier und Streichorchester oder Prokofieffs Klaviersonate No. 7 werden zeitgenössische Werke von Leonid Desyatnikow sowie die Erstaufführung einer Komposition von Giya Kancheli interpretiert.

Ergänzt wird das musikalische Programm durch Lesungen. Bekannte Schauspielerinnen, Schauspieler und Schriftstellerinnen wie Martina Gedeck, Sebastian Koch und Herta Müller tragen neben eigenen Texten auch solche von Anna Politkowskaja vor.

Der Konzert-Film wird immer wieder mit O-Tönen der Künstler zu ihrem Engagement angereichert; Archivaufnahmen verdeutlichen eindringlich die Problematik der gegenwärtigen Menschenrechtssituation in Russland, erinnern an Verfolgte und Ermordete: von den friedlichen Demonstranten des Bolotnaja-Platzes, auf die nun ein politischer Prozess wartet über den im Gefängnis verstorbenen Sergei Magnitsky bis hin zu dem am längsten inhaftierten politischen Gefangenen der neueren russischen Geschichte, Michail Chodorkowski.

Gidon Kremer appelliert: „Lassen Sie uns dieses Konzert gemeinsam all denjenigen widmen, die für die Freiheit sterben mussten, allen, die diesen Kampf weiterkämpfen und sich dafür einsetzen, dass jene, die noch immer im Gefängnis sitzen und heute Abend nicht unter uns sein können, frei werden.“


 

Auf dem Programm:



Mieczyslaw Weinberg
Sinfonietta Nr. 2 op. 74
3. Satz: Adagio



Johann Sebastian Bach
Suite für Violoncello solo Nr. 2 d-Moll BWV 1008
2. Satz: Allemande



Sofia Gubaidulina
Sieben letzte Worte
3. Satz: „Wahrlich ich sage Dir, heute wirst Du mit mir im Paradiese sein“



Arvo Pärt
Estnisches Wiegenlied


Giya Kancheli
The angels of sorrow


Sergej Prokofjew
Sonate für Klavier Nr. 7 B-Dur op. 83
3. Satz: Precipitato



Peter Tschaikowsky
Lenskis Arie aus Eugen Onegin  (arr. Guy Braunstein)


Dmitri Schostakowitsch
Klavierkonzert  Nr. 1 op.35 (mit obligater Trompete)
4. Satz: Allegro con brio



Leonid Desyatnikov
Filmmusik aus Target
Vivaldi’s January
At the Races
Foxtrot

 

 

Fotos ©
Emmanuel Pahud © EMI
Gidon Kremer © Kasskara
Khatia Buniatishvili © Sheila Rock
Martha Argerich © Klaus Rudolph
Nicolas Altstaedt © Marco Borggreve