Trailer ARTE Concert

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Mittwoch, 22. Januar um 00:00 Uhr

Tout Verdi

La Traviata von Giuseppe Verdi im Théâtre de la Monnaie in Brüssel

„La Traviata“ enthält nicht nur den größten Sopranpart des klassischen Repertoires, sondern erzählt auch eine universelle romantische Geschichte von Liebe und Tod, wie man sie seither tausendfach vernommen hat. In Guiseppe Verdis Oper wird Alexandre Dumas‘ Kameliendame zur Edelprostituierten – zur „traviata“, „der vom Wege abgekommenen“.

 

Bei einem Ball verliebt sich der bürgerliche Alfredo in die Kurtisane Violetta. Zwar stimmt sie einen Lobgesang auf ihre Unabhängigkeit an, doch wenig später schon sieht man die beiden als Liebespaar in ländlicher Idylle. Als Alfredo in Paris weilt, bekommt Violetta Besuch von seinem Vater Giorgio. Er fordert sie auf, die unschickliche Romanze zu beenden. Die Ehre der Familie stehe auf dem Spiel, und das Verhältnis bedrohe die bevorstehende Hochzeit von Alfredos Schwester. Violetta schreibt daraufhin einen Abschiedsbrief und fährt nach Paris. Bei einem Empfang, den eine gemeinsame Freundin ausrichtet, kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Violetta, ihrem Begleiter, dem Baron Douphol, und dem eifersüchtigen Alfredo. Sechs Monate vergehen. Die schwindsüchtige Violetta liegt im Sterben. Von Reue erfasst gesteht Giorgio seinem Sohn, dass sie ihn auf seine Bitte hin verlassen hat. Alfredo eilt zu seiner Geliebten, doch ihnen bleibt nur noch, ihre gemeinsame glückliche Zukunft fern von Paris zu besingen – dann stirbt Violetta in Alfredos Armen.

 

Violetta ist verdammt, sowohl von der Gesellschaft, als auch aufgrund ihrer Krankheit. Mit Alfredo entdeckt die Kurtisane das Glück, zu lieben und geliebt zu werden. Doch sie muss diese Liebe für ihre Schwägerin opfern, deren Heirat für die Familie rentabler ist. Durch den Verzicht erlangt die „Gefallene“ größere moralische Integrität als die Vertreter der gutbürgerlichen Welt, von der sie einen kurzen Augenblick lang träumen durfte. Dass Violetta zum Scheitern verurteilt ist, kündigt sich bereits in der bewegenden, tragischen Ouvertüre an. Verdi ergreift die Partei der jungen Frau und macht sie zur Heldin. Der Komponist war damals selbst in eine Frau verliebt, die er aus Gründen der gesellschaftlichen Konvention nicht heiraten durfte. „Wer darf sich anmaßen, uns zu verdammen?“ kommentierte Verdi das Liebesverhältnis in einem Brief an seinen Mäzen.