Denisov - L'ÉCUME DES JOURS
"Der Schaum der Tage" von Denisov in der Oper Stuttgart Eine rare Perle: die Oper "Der Schaum der Tage" von Edison Denisov inszeniert für die Bühne der Oper Stuttgart.
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"Der Schaum der Tage" von Denisov in der Oper Stuttgart

ie Oper "Der Schaum der Tage" von Edison Denisov ist nur selten zu sehen. Die Inszenierung, die Jossi Wieler und Sergio Morabito an der Spitze der Stuttgarter Oper auf die Bühne bringen, bewegt sich frei zwischen Avantgarde-Musik, Oper, Jazz und Musical.

Die Vorlage für Edison Denisovs Operndrama bildete Boris Vians tragische Liebesgeschichte "Der Schaum der Tage" ("L’Écume des jours"), die 1946 veröffentlicht wurde und in den 1960er und 70er Jahren zum Kultroman avancierte. Denisov wurde 1929 in Sibirien geboren und galt als einer der unabhängigsten und kreativsten Musiker der Sowjetunion. Seine Oper, deren französischsprachiges Libretto er selbst schrieb, wurde 1984 in Paris uraufgeführt. Mit ihr trat er den Beweis an, dass „es möglich ist, Musik so zu komponieren, dass sie gesungen werden kann, ohne in überholte Traditionen zu verfallen“.

 

"Der Schaum der Tage" erzählt die bewegende Geschichte des reichen jungen Colin, der mit seinen Freunden ein unbeschwertes Leben führt, gleichzeitig  aber unter Ängsten und Einsamkeit leidet. Als er die bezaubernde Chloë trifft und kurze Zeit darauf heiratet, scheint sein Glück perfekt. Doch schon bald nach der Hochzeit stellt Dr. Mangemanche fest, dass in Chloës Lungen eine lebensbedrohliche Wasserlilie wächst. Um gesund zu werden, muss sich Chloë ständig mit Blumen umgeben. Weil Colin sein ganzes Geld für die lebensrettenden Blumen ausgibt, ist er bald ruiniert. Doch um seine geliebte Chloë zu retten, würde er sogar durch die Hölle gehen. 

Bei der Gestaltung seiner Charaktere Colin und Chloë ließ sich Edison Denisov von berühmten Paaren aus Mythologie und Literatur inspirieren: Tristan und Isolde, Romeo und Julia, Pelleas and Melisande. Musikalisch alternieren melodisch eingängige Arien mit musicalartigen Chorsätzen, Chansons und Zitaten des legendären Duke Ellington. Manche Partien werden a cappella gesungen, andere in Anlehnung an die orthodoxe Liturgie von eindringlichem Glockengeläut begleitet.

 

Foto © A.T. Schaefer

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Mit :
  • Ed Lyon - Colin
  • Rebecca von Lipinski - Chloé
  • Sébastien Dutrieux - Die Maus
  • Arnaud Richard - Nicolas
  • Daniel Kluge - Chick
  • Sophie Marilley - Alise
  • Nozuko Teto - Isis
  • Marcel Beekman - Der Priester / Pégase / der Seneschall
  • Padraic Rowan - Coriolan
  • Dirk Schmeding - Schuppentier / Apotheker
  • Roland Bracht - Doktor Mangemanche
  • Karl-Friedrich Dürr - Der Direktor der Waffenfabrik
  • Jeanne Seguin - Das Mädchen
  • Mark Munkittrick - Jesus
  • Manja Kuhl - Die Katze
  • Dirigent/-in : Sylvain Cambreling
  • Chorleitung : Johannes Knecht
  • Kostüme : Anja Rabes
  • Chor : Staatsopernchor Stuttgart
  • Komponist/-in : Edison Denisov
  • Bühnenbild / Ausstattung / Bauten : Jens Kilian
  • Libretto : Edison Denisov
  • Licht : Reinhard Traub
  • Inszenierung : Jossi Wieler, Sergio Morabito
  • Orchester : Staatsorchester Stuttgart
  • Video : Chris Kondek