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Andris Nelsons und das Lucerne Festival Orchestra: Mahlers Fünfte und Haydns Sinfonie mit dem Paukenschlag

Gustav Mahler, der Komponist, mit dem das Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado Interpretationsgeschichte schrieb, steht in diesem Jahr wieder auf dem Spielplan. 

Mit der Komposition seiner 5. Sinfonie beginnt in Gustav Mahlers sinfonischem Schaffen ein neuer Abschnitt. Er geht wieder auf die rein instrumentale Ausdrucksform der 1. Sinfonie zurück und verzichtet auf die menschliche Stimme. Mit der Komposition beginnt er 1901 und vollendet sie im Sommer des Jahres 1902. Es sind für die Nachwelt keine äußeren Umstände in Mahlers Leben zu erkennen, die Aufschluss darüber geben könnten, woher die künstlerische Umorientierung rühren könnte, zumal der Charakter der Fünften eher düster, traurig und schwermütig ist, während sich Mahlers Leben, gleichzeitig mit dem Beginn eines neuen Jahrhunderts, auf seinem Höhepunkt befindet: Seine schöpferische Kraft steht in voller Blüte, er ist noch nahezu unangefochtener Leiter der Wiener Hofoper, die ihre Glanzzeit erlebt, als Komponist ist er anerkannter denn je, seine Werke werden immer häufiger aufgeführt. Auch persönlich geht es ihm so gut wie nie zuvor. Im November 1901 lernt er Alma Schindler kennen, verliebt sich Hals über Kopf in sie und hält nur wenige Wochen danach um ihre Hand an. Das Paar heiratet im Februar darauf. Mahler beginnt also seine 5. Sinfonie noch vor der Begegnung mit Alma und bevor er sie beendet, sind sie verheiratet.

Joseph Haydn,der Meister in der Disziplin der humoristischen Verblüffung, gibt den Auftakt des Konzertes. Für seine G-Dur-Sinfonie, die er im März 1792 dem Londoner Publikum vorstellte, komponierte er einen Variationensatz, dessen harmloses Thema nicht nur einmal vorgetragen, sondern sogleich noch pianissimo von den Ersten Violinen über dem zarten Pizzicato der übrigen Streicher wiederholt wird und die Hörer friedvoll einlullt. Doch genau in dem Moment, da das Publikum schon fast eingeschlafen ist, lässt Haydn einen Tutti-Akkord des gesamten Orchesters im Fortissimo hereinkrachen, mitsamt jenem martialischen Paukenschlag, der dem Werk seinen deutschen Beinamen verpasst hat – im Englischen nennt man es noch zutreffender „Surprise“. Andris Nelsons und das Lucerne Festival Orchestra kredenzen dieses Paradestück einer schlagenden Pointe mit dem gebotenen Ernst bevor sie sich in die Klangfluten von Mahlers Fünfter Sinfonie stürzen.

  • Dirigent/-in : Andris Nelsons
  • Komponist/-in : Joseph Haydn, Gustav Mahler
  • Orchester : Lucerne Festival Orchestra
  • Regie : Michael Beyer
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